Ortsgemeinde Maßweiler

Freiwillige Feuerwehr und Förderkreis der freiwilligen Feuerwehr Maßweiler

Stefan Zwick                                                                                                      

Oberbrandmeister und Wehrführer
Telefon  06334/441499
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Adresse  Luitpoldstraße 6, 66506 Maßweiler
 

 

Alexander Gabriel

Vorsitzender Förderkreis
Telefon  06334/984310
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Adresse  Hauptstraße 47, 66506 Maßweiler
 

 

Informationen

Als vor 700 Jahren der Ort Maßweiler zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, gab es in der freien Reichsstadt Esslingen bereits eine Löschordnung, die das Mitwirken von Handwerkern wie Böttcher, Küfer, Bader, Zimmerleuten sowie Weingärtnern und Weinhändlern bei der Brandbekämpfung innerhalb der Stadtgrenzen regelte.

 

Nichts anderes geschah zu dieser Zeit sicherlich auch in Maßweiler, nicht im Rahmen einer Löschordnung mit rechtlichen Charakter, sondern schlicht und einfach im Rahmen der Nachbarschaftshilfe, um es mit heutigen Worten zu sagen.

 

Um sich mit den Brandgefahren und dem Brandschutz von damals bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts etwas vertraut zu machen, muss man sich die Feuerstellen aus damaliger Zeit vorstellen. Das Wort Feuerstelle trifft zumindest anfangs sicher besser zu als das Wort Herd.

 

Ein Feuer wird im zentralen bzw. einzigen Raum des Hauses auf einer steinigen oder lehmigen Fläche entzündet. Darüber hängt ein Kessel mit kugeligem Boden, je nach Stellung des Eigentümers aus Schmiedeeisen oder aus Kupfer. Der Rauch zieht über ein Loch im Dach ab, zumindest wird es so angenommen. Tatsächlich wird sich der Raum langsam von oben mit Rauch gefüllt haben und irgendwann dann auch abgezogen sein. Einige Talgkerzen erhellen spärlich den Raum. Funkenflug, verstreute Glut, setzen die Bettstatt mit Laub- oder Strohsack in Brand und erfordern den Einsatz der historischen Feuerwehr.

 

Kein digitaler Pager, kein Funkmeldeempfänger, keine Sirene geben kund, dass Hilfe benötigt wird. Der Nachtwächter, die Kirchenglocken, das Signalhorn oder einfach nur lautes Hilferufen setzen den historischen Löschzug in Bewegung. Die Helfer bringen Leitern, Ledereimer, Mistgabeln, Jaucheschöpfer und ähnliches Werkzeug zur Wasserförderung und zum Entfernen des Brandgutes mit an die Einsatzstelle. Der Erfolg war damals wie auch heute noch unmittelbar abhängig von der Qualität und Effizienz der eingesetzten Mittel. Es ist daher selbstredend, dass der Erfolg sehr oft äußerst bescheiden war und viele Ortschaften oder Weiler bei einem Brand vollständig zerstört wurden. Aus diesen Gefahren lässt sich auch die Entwicklung der Brandschutzvorschriften und die Entstehung des Berufes der Kaminkehrer erklären. Ein Überbleibsel aus dieser Zeit und heute noch aktuell ist die Brandmauer in unserem vornehmlich landwirtschaftlich genutzten Gebäuden im alten Ortskern um den Ortsbrunnen. Sie hatte und hat die Aufgabe, die Wohngebäude von der Brandlast der Heu- oder Strohlager zu trennen. Keine Öffnung darf diese Mauer durchbrechen, um die Schutzwirkung nicht zunichte zu machen.

 

Diverse Kriege, Kämpfe, Scharmützel, Wechsel der Herrscher von Stürzelbronn über Zweibrücken nach Hornbach und zurück, verkürzen den Bewohnern die Zeit und es nähert sich, ohne gravierende Veränderungen in der Brandbekämpfung, das 19. Jahrhundert.

 

Die industrielle Revolution erfasst, in England beginnend, mit einiger Verspätung auch den kleinen Ort auf der Sickinger Höhe. Durch den langen zurückgelegten Weg ist aus dem Sturm ein lauer Wind geworden. Während in den großen Städten in Deutschland bereits eifrig und in vielerlei Gestalt Feuerlöschgeräte entwickelt, produziert und verkauft werden, wird am 07.04.1842 in Maßweiler ein neuer Nachtwächter bestellt. In der „Ortsgeschichte von Maßweiler", einem Buch von Johann Schanne, heißt es dazu:

 

Am 7. April 1842 kommt der Nachtwächter Jakob Semmet anstelle des zurückgetretenen Valentin Lohr. Derselbe ist Nachtwächter, Totenbeschauer und Gemeindediener. Unter anderem hat er jeden Abend die Polizeistunde anzukündigen und alle übrigen Stunden der Nachtzeit mit dem Horn zu melden, auf die gesetzliche Zeit in den Wirtshäusern Feierabend zu bieten, alle verdächtig scheinenden Fremden anzuhalten und dem Ortsvorstand vorzuführen, bei Handhabung der Feuerwehr mitzuwirken, auf die Reinlichkeit des Ortsbrunnens achtzugeben und die Hut der Obstgärten angelegen sein lassen usw.

 

Es ist jedoch stark in Frage zu stellen, ob in dem vorstehenden Zitat tatsächlich die Feuerwehr Maßweiler im heutigen Sinne angesprochen wird. Aufgrund der Aufgabenbeschreibung des Nachtwächters ist eher davon auszugehen, dass zu diesem Zeitpunkt noch von der Brandbekämpfung durch Nachbarschaftshilfe gesprochen wird, die möglicherweise von dem Nachtwächter geleitet wird. Die Gründung der Feuerwehr Maßweiler liegt irgendwo im Dunkel der Vergangenheit. Eine Chronik der Feuerwehr bedarf sehr intensiver Recherchen, die aus Zeitgründen nicht möglich waren.

 

Im Jahre 1903 wird in Maßweiler die Wasserleitung verlegt. Von der Kneisper Mühle wird das Quellwasser in den Ort gefördert: Die Feuerwehr, die zu diesem Zeitpunkt sicher schon gegründet ist, hat damit den Vorteil, an nahezu jeder Stelle im Ortsbereich auf eine funktionierende Wasserbereitsstellung zurückgreifen zu können. In diesen Zeitraum fällt auch die Anschaffung des handgezogenen Hydrantenwagens mit Schlauchhaspel und der ebenfalls handgezogenen, handbetriebenen Kolbenpumpe.

 

Die Zeit nach 1933 bringt, wie überall in Deutschland, auch bei der Feuerwehr Veränderungen. Aus der Feuerwehr wird die Feuerlöschpolizei, die mit der Namensänderung auch eine andere Führungsstruktur erhält. Der Bau der Befestigungsanlagen zum Westwall bringt zum einen viele neue Menschen in den Ort und stellt zum anderen die Feuerwehr, bedingt durch die intensiven Bauarbeiten, vor neue Herausforderungen. In diesem geschichtlichen Umfeld lässt sich auch die Beschaffung der fahrbaren Schiebeleiter des Herstellers Metz in Karlsruhe im Jahre 1936 erklären. Im Gegensatz zum großflächig zerstörten Pirmasens kam Maßweiler sehr glimpflich davon, lediglich zwei Scheunen wurden zerstört. Die Einsatzbereitschaft musste von teilweise 12-14 jährigen Jungen sichergestellt werden, da die wehrfähigen Männer von der Wehrmacht benötigt wurden.

 

Das Tempo der Veränderungen welches bis zum heutigen Tage die Feuerwehr in Bewegung hält, nimmt geprägt durch technische Innovationen seit Kriegsende ständig zu. So wurde im Jahre 1954 eine Tragkraftspritze TS 6/6 angeschafft, die übrigens noch Ende der Sechziger Jahre beim Brand der Scheune Dockweiler im Einsatz war. Die Ausstattung der Feuerwehr wurde weiter verbessert und im Jahre 1959 ein Tragkraftspritzenfahrzeug TSF, auf dem Fahrgestell Ford FK1000, angeschafft.

 

Die Gebietsreform 1972 bringt auch für die Feuerwehr massive, nicht nur positive, Veränderungen mit sich. Die Kommandostruktur verlagert sich vom damals örtlichen Feuerwehrkommandanten zum neu geschaffenen Begriff des Wehrleiters auf Verbandsgemeindeebene. Die örtliche Feuerwehr wird zu einer Löscheinheit im Sinne einer Abteilung degradiert und von einem Wehrführer geführt. Auf der anderen Seite bieten sich durch mögliche Spezialisierung der verschiedenen Löscheinheiten einer VG-Feuerwehr auch taktische Vorteile.

 

Der Ausrüstungstandard bei der Feuerwehr in Maßweiler lässt in den Achtziger Jahren deutlich zu wünschen übrig. Kein Atemschutz für den Innenangriff bei Wohnungs- oder Zimmerbränden steht zur Verfügung, die Kommunikation mit der Leitstelle muss über das öffentliche Fernsprechnetz erfolgen, da kein Funkgerät zur Verfügung steht, die Alarmierung erfolgt über die Sirene über der Lehrerwohnung in der Hintereckstraße und mobilisiert besonderes nächtens das gesamte Dorf. Die persönliche Schutzausrüstung der Einsatzkräfte lässt ebenfalls sehr zu wünschen übrig. So ist das Einsatzschuhwerk ein einfacher Baugummistiefel mit Stahlkappe. Es bedarf sicher keiner Erklärung, welchen Schutz dieses Schuhwerk im Brandeinsatz darstellt.

 

Vor diesem Hintergrund ist die Gründung des Förderkreises der Freiwilligen Feuerwehr Maßweiler e.V. zu sehen. Mit der selbstgestellten Aufgabe, die Feuerwehr zu unterstützen, gründen, nach intensiver Vorarbeit von Joachim Becker, am 06.03.1987 23 Maßweiler Bürger den Förderkreis. Mit seinem Vatertagsfest und anderen kleinen Festivitäten finanziert sich der Verein. Seine selbst gestellte Aufgabe die Feuerwehr zu unterstützen, konnte der Verein bis heute Anschaffungen in Höhe von ca. 15.000,- € weitgehend verwirklichen. Was nicht bedeuten soll, dass für die Zukunft kein Bedarf mehr bestehen würde. Die meisten Anschaffungen wurden getätigt um die Sicherheit der Feuerwehrleute im Einsatz aktiv oder passiv zu erhöhen.

 

Ich will im nachfolgenden nur einige Punkte aufzählen. Umstellung der Gummistiefel auf Lederstiefel Typ „Knobelbecher", Beleuchtungssatz mit Stromaggregat und Flutlichtscheinwerfern, Handsprechfunkgeräte für Einsatzleiter, Angriffstrupp und Rettungstrupp, Funkmeldeempfänger als Sirenenersatz, Einsatzhandschuhe und Flammschutzhauben für den Brandeinsatz, Motorkettensäge Stihl 044, Batterieladeerhaltung für TSF, Umstellung der „Knobelbecher" nach 15 Jahren auf vorgeschnürte Sicherheitsstiefel, Modell „Ludwigshafen", Ausgehwesten, Feuerwehrmützen, Hohlstrahlrohr. Ich denke die vorstehende Aufzählung ist selbstredend. Bedenklich ist es jedoch wenn von Seiten der Feuerwehrführung der Förderkreis auf Beschaffungen, die zu tätigen wären angesprochen wird. Noch immer ist der Brandschutz eine im Landesbrand- und Katastrophenschutzgesetz verankerte Aufgabe der kommunalen Selbstverwaltung.

 

Das Domizil der Feuerwehr ist, nach diversen Umzügen quer durch den Ort, bis heute das ehemalige Sportheim hinter der Grundschule. Dieses Gebäude wurde unter intensivem Arbeitseinsatz der aktiven Feuerwehrleute und der VG zu einer zweckmäßigen Unterkunft für die Feuerwehr. Um die Zeiten zu verdeutlichen, die bei diesem Umbau getätigt wurden, sei nur die Zeit von Alois Huber genannt, der im Rahmen des Umbaues und der Renovierung mehr als 800 Stunden unentgeltlich arbeitete.

 

Das zentrale Einsatzmittel der Feuerwehr Maßweiler ist das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) mit seiner Besatzung in Staffelstärke 1/5 und der feuerwehrtechnischen Beladung. Das TSF von 1959 wurde 1981 durch einen VW LT 28 ersetzt und dieser wiederum durch einen Tausch mit der Löscheinheit Thaleischweiler-Fröschen im Jahre 2002 durch einen VW L1 35. Diese Fahrzeuge sind für den Brandeinsatz in der Entstehungsphase und kleine technische Hilfeleistungen sicherlich ausreichend ausgestattet. Vor dem Hintergrund einer sinkenden Tagesverfügbarkeit wirkt das Fehlen eines integrierten Wassertankes erschwerend.

 

Für die Zukunft sollte Wert darauf gelegt werden, auch bei den kleinen Löscheinheiten Fahrzeuge mit einem Wasservorrat von 600-1000 1 zu beschaffen, was bei einem Innenangriff in der Erstphase deutliche zeitliche Vorteile für die Hilfeersuchenden und Einsatzkräfte bedeuten würde.

 

Die Feuerwehr hat zum heutigen Tag siebzehn Mitglieder, davon sind erstaunlich viele junge Männer, die helfen wollen und dies bei der ältesten Bürgerinitiative, der Feuerwehr, tun. Neben den Übungen in Theorie und Praxis muss ein junger Feuerwehrmann mehr als 200 Stunden Ausbildung auf VG- oder Kreisebene absolvieren, um vollständig einsetzbar zu sein. Die Führung lag viele Jahren in den erfahrenen Händen von Kurt Schwab, der, selbst Brandmeister und Gruppenführer, auf ein erfahrenes Team von drei Brandmeistern und Gruppenführern in der Ausbildung und im Einsatz zurückgreifen konnte. Dank des Zuwachses, den die Feuerwehr in den letzten 3 Jahren erfahren hat, kann nun auch mit etwas Stolz gesagt werden, „ Es geht weiter ...... ‚ was leider landauf, landab nicht überall so ist.

Die ständigen Veränderungen in der heutigen Arbeitswelt belasten auch die Feuerwehren im Allgemeinen. Kleine Orte wie Maßweiler trifft dies besonders. Sehr viele Feuerwehrleute arbeiten außerhalb des Ortes, zu Lasten der Tagesverfügbarkeit von Einsatzkräften. Diese Engpässe können nur, wie bereits geschehen, durch eine darauf abgestimmte Alarm- und Ausrückeordnung (AAO) gemeistert werden. Die Alarmierung von mehreren Wehren zur Sicherstellung der Hilfeleistungsfrist ist dank VG und Gebietsreform kein Problem.

 

Die Kosten der Feuerwehr für Fahrzeug(e), Ausrüstung und Ausbildung sind immer wieder Thema bei mehr oder weniger qualifizierten Gesprächen an den Stammtischen des Ortes. Daher nur eine kleine Gedankenanregung:

 

Was wird wohl ein Handwerker der 9 Spezialisten (Löschgruppenstärke) an 365 Tagen im Jahr, 24 Stunden täglich, innerhalb 8 Minuten nach Anforderung (Alarmierung) an jeder Stelle des Ortes zum Einsatz bringen soll, der Gemeinde für eine Rechnung stellen? All dies tun die aktiven 17 Feuerwehrleute heute, all dies haben die Väter, Großväter und Urgroßväter ebenfalls getan. Unentgeltlich und mit Idealismus nach Motto der Gründer.

 

..Gott zur Ehr dem Nächsten zur Wehr."

 

Aktuell wird die Feuerwehr von Stefan Zwick als Wehrleiter und Oberbrandmeister geführt. Erster Vorsitzender des Födervereins der Freiwilligen Feuerwehr ist Alexander Gabriel.

 

Kurt Schwab   Stefan Zwick
Brandmeister und ehemaliger Wehrführer   Oberbrandmeister und Wehrführer
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